Kombiwetten üben auf Sportwetten-Fans eine besondere Faszination aus. Die Vorstellung, mit einem kleinen Einsatz und der richtigen Kombination mehrerer Tipps einen hohen Gewinn zu erzielen, hat etwas Unwiderstehliches. Kein Wunder, dass Kombiwetten zu den beliebtesten Wettarten bei europäischen Buchmachern gehören.
Doch die Realität sieht oft anders aus als der Traum vom großen Gewinn. Wer Kombiwetten ohne Plan und Strategie spielt, verliert auf Dauer fast unweigerlich. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen lässt sich das Risiko erheblich reduzieren und die Erfolgschance deutlich steigern.
Dieser Leitfaden erklärt Ihnen alles, was Sie über Kombiwetten wissen müssen – von der grundlegenden Funktionsweise über bewährte Strategien bis hin zu den häufigsten Fehlern, die es zu vermeiden gilt.
Was ist eine Kombiwette und wie funktioniert sie?
Bei einer Kombiwette werden mindestens zwei Einzeltipps auf einem einzigen Wettschein vereint. Anders als bei der Einzelwette, bei der jeder Tipp unabhängig voneinander steht, bilden die ausgewählten Tipps bei einer Kombiwette eine Einheit. Das bedeutet: Alle Tipps müssen korrekt sein, damit die Wette gewonnen ist. Geht auch nur ein einziger Tipp daneben, ist der gesamte Einsatz verloren.
So berechnet sich der Gewinn
Das Besondere an Kombiwetten ist die Quotenmultiplikation. Die Quoten aller einzelnen Tipps werden miteinander multipliziert, was zu einer deutlich höheren Gesamtquote führt als bei jeder einzelnen Wette für sich.
Die Formel lautet:
Möglicher Gewinn = Einsatz × Quote Tipp 1 × Quote Tipp 2 × Quote Tipp 3 × …
Ein konkretes Beispiel: Sie kombinieren drei Fußballtipps mit den Quoten 1,50 – 1,60 – 1,80. Die Gesamtquote ergibt sich aus der Multiplikation: 1,50 × 1,60 × 1,80 = 4,32. Bei einem Einsatz von 10 Euro beträgt die mögliche Auszahlung 43,20 Euro – deutlich mehr, als jede einzelne Wette für sich einbringen würde.
Ein einfaches Rechenbeispiel
Stellen Sie sich vor, Sie tippen auf drei Bundesliga-Heimsiege:
Bayern München gegen Augsburg – Quote 1,40
Borussia Dortmund gegen Bochum – Quote 1,45
Bayer Leverkusen gegen Mainz – Quote 1,55
Gesamtquote: 1,40 × 1,45 × 1,55 = 3,15
Bei 20 Euro Einsatz ergibt das eine mögliche Auszahlung von 63 Euro. Gewinnen alle drei Teams, kassieren Sie. Gewinnt nur eines nicht, ist Ihr Einsatz weg.
Die ehrliche Wahrheit: Das Risiko bei Kombiwetten
So verlockend die hohen Quoten auch sind – Kombiwetten sind grundsätzlich risikoreicher als Einzelwetten. Das liegt an der simplen Mathematik dahinter. Mit jedem zusätzlichen Tipp auf dem Wettschein sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass alle Tipps gleichzeitig aufgehen.
Diese Tabellen zeigen die rein mathematische Grundwahrscheinlichkeit – ohne Berücksichtigung von Fachwissen, das die Chancen zugunsten des Wettenden verschieben kann. Dennoch machen sie deutlich: Wer fünf oder mehr Tipps auf einem Kombischein vereint, bewegt sich in Wahrscheinlichkeitsbereichen, die selbst für Experten schwer zu beherrschen sind.
Strategien, die bei Kombiwetten tatsächlich funktionieren
Kombiwetten blind zusammenzuklicken führt selten zum Erfolg. Wer langfristig Freude an dieser Wettart haben will, braucht eine klare Strategie. Die folgenden Ansätze haben sich in der Praxis bewährt.
Die Favoriten-Heimspiel-Strategie
Diese Strategie gehört zu den beliebtesten und einfachsten Ansätzen für Kombiwetten. Das Prinzip: Sie wählen ausschließlich Heimspiele deutlicher Favoriten aus und kombinieren zwei bis drei davon auf einem Wettschein.
So gehen Sie vor:
Suchen Sie nach Spielen, in denen der Heimvorteil klar auf Seiten des Favoriten liegt.
Achten Sie auf Teams mit starker Heimbilanz und aktueller Siegesserie.
Wählen Sie niedrige Einzelquoten zwischen 1,10 und 1,30.
Kombinieren Sie maximal drei Tipps, sodass sich eine Gesamtquote um 2,00 ergibt.
Bei einem Einsatz von 20 Euro gewinnen Sie bei einer 2,00er-Quote 40 Euro. Das klingt bescheiden, doch die Erfolgsrate dieser Strategie ist deutlich höher als bei riskanten Kombinationen. Erfahrungsgemäß gehen etwa zwei von drei solcher Kombiwetten auf – was langfristig zu einem positiven Ergebnis führen kann.
Zweiwegwetten statt Dreiwegwetten bevorzugen
Ein häufig unterschätzter Strategieansatz betrifft die Wahl der Wettart innerhalb der Kombination. Bei Dreiwegwetten (1X2 im Fußball) gibt es drei mögliche Ausgänge, bei Zweiwegwetten (z. B. Tennis, Basketball oder K.-o.-Spiele) nur zwei.
Rein mathematisch sind Zweiwegwetten daher deutlich erfolgsversprechender für Kombiwetten. Eine 3er-Kombi aus Zweiwegwetten hat eine Grundwahrscheinlichkeit von 12,5 Prozent – verglichen mit nur 3,7 Prozent bei Dreiwegwetten. Wer vorwiegend auf Sportarten mit Zweiwegergebnissen setzt, verschafft sich damit einen strukturellen Vorteil.
Die Doppelte Chance als Sicherheitsnetz
Wer nicht auf den Fußball verzichten möchte, kann statt der klassischen Dreiweg-Wette die Doppelte Chance nutzen. Dabei decken Sie zwei von drei möglichen Ausgängen ab – beispielsweise Heimsieg oder Unentschieden (1X). Die Quoten fallen zwar niedriger aus, doch die Gewinnwahrscheinlichkeit steigt erheblich.
Gerade in Kombiwetten kann die Doppelte Chance den entscheidenden Unterschied machen. Statt drei unsichere 1X2-Tipps zu kombinieren, nutzen Sie drei Doppelte-Chance-Tipps und erhöhen damit Ihre Trefferquote signifikant.
Kombiwette vs. Systemwette: Was ist der Unterschied?
Neben der Kombiwette gibt es eine verwandte Wettart, die viele Anfänger nicht kennen oder falsch einschätzen: die Systemwette. Beide basieren auf dem Prinzip, mehrere Tipps zu kombinieren – doch der entscheidende Unterschied liegt im Fehlerspielraum.
Kombiwette: Alles oder nichts
Bei der Kombiwette müssen alle Tipps korrekt sein. Bereits ein falscher Tipp bedeutet den vollständigen Verlust des Einsatzes. Die Gesamtquote ist hoch, da alle Einzelquoten multipliziert werden.
Systemwette: Fehler sind erlaubt
Bei einer Systemwette hingegen dürfen ein oder mehrere Tipps falsch sein, ohne dass die gesamte Wette verloren ist. Das System „3 aus 4″ beispielsweise erfordert, dass mindestens drei von vier Tipps korrekt sind. Die Gesamtquote ist niedriger als bei der entsprechenden Kombiwette, dafür ist das Risiko deutlich geringer.
Wann lohnt sich welche Variante?
Kombiwetten eignen sich, wenn Sie wenige (2–3) sehr sichere Tipps kombinieren und eine attraktive Gesamtquote erzielen möchten.
Systemwetten sind die bessere Wahl, wenn Sie vier oder mehr Tipps spielen möchten und sich gegen einzelne Fehltipps absichern wollen.
Viele erfahrene Wettfreunde nutzen beide Varianten situationsabhängig. Die Faustregel lautet: Je mehr Tipps auf dem Schein, desto sinnvoller ist der Wechsel von der Kombiwette zur Systemwette.
Die 5 häufigsten Fehler bei Kombiwetten – und wie Sie sie vermeiden
Selbst mit der besten Strategie lassen sich Fehler machen. Die folgenden fünf Stolpersteine kosten Wettfans regelmäßig Geld – und sind gleichzeitig am einfachsten zu vermeiden.
1. Zu viele Tipps auf einem Schein
Der Klassiker unter den Kombiwetten-Fehlern. Sieben, acht oder sogar zehn Tipps auf einen Schein zu packen, mag die Gesamtquote in traumhafte Höhen treiben – doch die Wahrscheinlichkeit, dass alle Tipps aufgehen, ist verschwindend gering. Beschränken Sie sich auf maximal drei bis vier Tipps. Weniger ist bei Kombiwetten definitiv mehr.
2. Freundschafts- und Testspiele aufnehmen
Freundschafts-, Vorbereitungs- und Testspiele sind hochgradig unberechenbar. Trainer wechseln häufig durch, taktische Experimente stehen im Vordergrund und die Motivation beider Teams ist schwer einzuschätzen. Nehmen Sie ausschließlich Pflichtspiele in Ihre Kombiwette auf – Spiele, in denen es für beide Teams um etwas geht.
3. Unbekannte Ligen und Sportarten aufnehmen
Eine Quote von 1,40 in der slowenischen Zweiten Liga mag verlockend aussehen, doch wenn Sie die Liga nicht kennen, fehlt Ihnen jede Einschätzungsgrundlage. Wetten Sie nur auf Ligen und Sportarten, bei denen Sie sich wirklich auskennen. Ihr Fachwissen ist der einzige echte Vorteil, den Sie gegenüber dem Buchmacher haben können.
4. Emotionale Entscheidungen treffen
Der Lieblingsverein spielt und muss natürlich auf den Kombischein – auch wenn die Formkurve nach unten zeigt und der Gegner stark aufspielt. Emotionale Tipps sind einer der häufigsten Gründe für verlorene Kombiwetten. Behandeln Sie jeden Tipp auf Ihrem Schein so, als würden Sie eine unabhängige Analyse erstellen. Wenn ein Spiel Sie emotional zu stark bindet, lassen Sie es lieber weg.
5. Kein festes Wettbudget
Kombiwetten verleiten besonders häufig dazu, nach einem verlorenen Schein den Einsatz zu erhöhen. „Dieses Mal geht bestimmt alles auf“ – dieser Gedanke hat schon viele Bankrolls vernichtet. Legen Sie vor dem Wetten ein festes Budget fest und halten Sie sich konsequent daran. Pro Kombiwette sollten Sie nicht mehr als 1 bis 3 Prozent Ihrer gesamten Bankroll einsetzen.
Kombiwetten-Versicherung: Lohnt sich das?
Einige Wettanbieter bieten mittlerweile eine sogenannte Kombiwetten-Versicherung an. Dabei können Sie gegen eine Gebühr eine oder mehrere Auswahlen auf Ihrem Schein absichern. Geht ein versicherter Tipp daneben, wird Ihnen der Einsatz (oder ein Teil davon) zurückerstattet.
Wann eine Versicherung Sinn macht
Eine Kombiwetten-Versicherung kann sinnvoll sein, wenn Sie eine Kombination mit vier oder mehr Tipps spielen und das Risiko eines einzelnen unsicheren Spiels absichern möchten. Beachten Sie jedoch: Die Gebühr für die Versicherung reduziert Ihren Nettogewinn. Kalkulieren Sie vorher, ob sich der Schutz bei der jeweiligen Gesamtquote und dem Einsatz wirtschaftlich lohnt.
Für 2er- oder 3er-Kombinationen mit niedrigen Favoritenquoten ist die Versicherung in der Regel weniger attraktiv, da das Verhältnis zwischen Absicherungskosten und möglichem Gewinn nicht günstig ausfällt.
Praktische Checkliste: So stellen Sie Ihre Kombiwette zusammen
Bevor Sie Ihren nächsten Kombischein abgeben, gehen Sie diese Punkte durch:
Liga überprüft? Nur Pflichtspiele in Ligen aufnehmen, die Sie gut kennen.
Favoritenstatus geprüft? Die Daten sprechen eindeutig für Ihren Tipp – nicht nur Ihr Bauchgefühl.
Maximal 3–4 Tipps? Weniger Auswahlen bedeuten höhere Erfolgschancen.
Quotencheck gemacht? Die Quoten verschiedener Anbieter verglichen und den besten Wert gewählt.
Einsatz festgelegt? Nicht mehr als 1–3 Prozent der Bankroll pro Kombiwette.
Emotionen im Griff? Kein Tipp basiert auf Sympathie oder Frust.
Fazit: Kombiwetten meistern heißt, klug zu kombinieren
Kombiwetten sind weder ein sicherer Weg zum schnellen Reichtum noch ein reines Glücksspiel. Sie sind eine Wettart, die mit dem richtigen Ansatz durchaus erfolgreich gespielt werden kann – vorausgesetzt, man respektiert die Mathematik dahinter und geht mit Plan an die Sache.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick: Halten Sie die Anzahl der Tipps niedrig, setzen Sie auf Favoriten in Pflichtspielen, bevorzugen Sie Zweiwegwetten und Doppelte Chance, vergleichen Sie Quoten und wahren Sie Disziplin bei Ihrem Wettbudget. Wer diese Grundsätze verinnerlicht, wird Kombiwetten nicht als frustrierende Geldfalle erleben, sondern als das, was sie sein können – eine spannende Bereicherung des Sporterlebnisses mit kalkuliertem Risiko.
Beginnen Sie mit kleinen Schritten, sammeln Sie Erfahrung und passen Sie Ihre Strategie nach und nach an. So meistern Sie Kombiwetten auf Ihre Art.




